Archivos de Diario para agosto 2021

12 de agosto de 2021

Nützliche Hilfen zur Pflanzenbestimmung

Wer sich an der Bestimmung der gerade bei einem Spaziergang gefundenen Pflanzen versucht, ist am Anfang schnell überfordert und erschlagen von der Vielfalt der heimischen Flora. So gibt es nicht nur eine Margarite oder eine Distel, sondern viele ähnlich aussehende Arten aus unterschiedlichen Gattungen. Zum Glück gibt es mittlerweile viele nützliche Hilfen, die es mehr ober weniger einfach machen, die richtige Art zu finden. Einige davon sind nachfolgend aufgelistet.

Am schnellsten bestimmen lässt sich eine Pflanze natürlich mit der automatischen Bilderkennung hier auf iNat oder mit Hilfe der unten genannten Apps (Das funktioniert am besten mit Fotos guter Qualität!). Es empfiehlt sich aber trotzdem, zumindest anhand von Vergleichsfotos und der Karte bisheriger Funde zu überprüfen, ob die Empfehlung überhaupt stimmen kann oder die Art eigentlich ganz anders ausschaut.

Mit Hilfe von iNat kann man sich auch ähnliche Arten anzeigen lassen, also Arten mit denen eventuell eine Verwechslungsmöglichkeit besteht. Dazu gibt es auf der Seite jeder Art den Reiter "Ähnliche Arten", beispielsweise hier für die Purpurrote Taubnessel: https://www.inaturalist.org/taxa/55851-Lamium-purpureum#similar-tab.

Wer sich intensiver mit der Bestimmung von Pflanzen beschäftigen möchte, sollte sich jedenfalls die österreichische Exkursionsflora kaufen. Die Bestimmungsschlüssel sind aber leider nicht unbedingt anfängerfreundlich und eine falsche Abzweigung ist schnell genommen, weil eine visuelle Bestätigung fehlt. Besser sind da Online-Schlüssel, die auch Fotos enthalten. Da sie aber die österreichische Flora nicht vollständig abdecken, ist ein Blick in die Exkursionsflora immer sinnvoll. Auch deshalb, weil darin Angaben zum Lebensraum der jeweiligen Art zu finden sind und in welchen Bundesländern sie vorkommt.

Ein Vorschlag zum Bestimmen einer völlig unbekannten Art: Man startet mit den Bestimmungsschlüsseln von blumeninschwaben.de und versucht, bis zur Art zu kommen. Anschließend vergleicht man die Fotos und falls sie zur gefundenen Pflanze passen, nimmt man die Exkursionsflora und beginnt direkt beim Schlüssel der entsprechenden Gattung. Führt der Weg zur selben Art, kann man sich ziemlich sicher sein, dass man sie richtig bestimmt hat.

Wer Pflanzen nicht vor Ort, sondern später anhand von Fotos bestimmen möchte, sollte jedenfalls darauf achten, möglichst alle wichtigen Pflanzenteile zu fotografieren. Je mehr Fotos, desto besser! Leider ist das bei vielen Beobachtungen hier auf iNat nicht der Fall. Oft lässt sich die Art zwar trotzdem bestimmen, aber viele Beobachtungen bleiben auch unbestimmt, obwohl das mit zusätzlichen Fotos möglich wäre. Ein einzelnes Foto einer Blüte von oben kann ausreichen, aber nicht selten werden auch andere Pflanzenteile, wie z. B. die Blätter, für die Bestimmung gebraucht.

Im Idealfall sollte man versuchen, Folgendes (falls vorhanden) auf den Fotos abzubilden:

  • Blüte (bzw. Blütenkorb oder Blütenstand) von oben UND von der Seite oder von hinten (Kelch-/Hüllblätter)
  • Früchte
  • Blätter (Ober- UND Unterseite), und zwar sowohl die Stängelblätter als auch die Grundblätter nahe des Bodens
  • Stängel (mit Blattansatz, bei Gräsern auch das Blatthäutchen)
  • ganze Pflanze mit der Umgebung


Online-Pflanzenbestimmung mit Hilfe von Schlüsseln


Bestimmungsbücher

  • Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol
    Das Standardwerk zur Pflanzenbestimmung in Österreich. Enthält (fast) alle Arten, die hierzulande wild wachsen sowie häufige Kultur- und Zierpflanzen. Die aktuelle 3. Auflage ist leider mittlwerweile veraltet, die 4. (erweiterte) Auflage soll Ende des Jahres erscheinen. Nachdem das Erscheinungsjahr allerdings schon in der Vergangenheit mehrfach verschoben wurde, sollte man sich darauf nicht verlassen.

  • Flora Helvetica - Exkursionsführer
    Bestimmungsbuch zur Schweizer Flora

  • Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder
    deutsche Exkursionsflora

  • Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland
    Exkursionsflora, bestehend aus mehreren Bänden. Neben dem Grundband gibt es einen Kritischen Ergänzungsband für schwierig zu bestimmende Gruppen, einen Atlasband mit Zeichnungen und einen Band zur Bestimmung von krautigen Zier- und Nutzpflanzen.

  • Flora Vegetativa
    Erlaubt die Bestimmung von Pflanzen im vegetativen Zustand ohne Blüten oder Früchte, die mit den meisten Schlüsseln nicht möglich ist. Kann sehr hilfreich sein, ganz verlassen sollte man sich auf die Angaben zu den Merkmalen allerdings nicht.

  • Farne, Schachtelhalme und Bärlappe
    Bestimmungsschlüssel und Informationen zu allen Farnpflanzen in der Schweiz, Österreich und Deutschland. Auf der Website ist auch eine Fotogalerie zu finden.


Fotosammlungen, Artbeschreibungen und sonstige Bestimmungshilfen

  • Botanik im Bild
    Fotos und teilweise Beschreibungen der Arten aus der öst. Exkursionsflora.

  • Pflanzenfotos von Stefan Lefnaer
    Fotosammlung mit einem Schwerpunkt auf Ostösterreich und Arten des Pannonikums. Mit Detailaufnahmen, die man sonst kaum findet.

  • Plants of Styria
    Fotosammlung zur Flora der Steiermark, viele Fotos mit hoher Qualität!

  • Botanische Spaziergänge
    Fotos von Spaziergängen und Wanderungen des Autors. Vor allem dann nützlich, wenn man sich einen Überblick über die Flora eines bestimmten Gebietes verschaffen möchte.

  • Kalenderblätter "Pflanzen und Biotope"
    In den monatlichen Beiträgen werden Pflanzenarten aus der Gemeinde Bad Vöslau ausführlich vorgestellt, mit Detailfotos, Angaben zur Ökologie und wichtigen Erkennungsmerkmalen. Sehr nützlich, wenn man sich über einzelne Arten näher informieren möchte.

  • Bochumer Botanischer Verein e. V.
    große Sammlung von Fotos, Artportraits und Bestimmungshilfen, u. a. auch von Früchten, Knospen und Keimlingen von Gehölzen

  • Baumkunde.de
    Bestimmungshilfen für Bäume und Sträucher

  • Pflanzenfotos von Günther Blaich
    Umfangreiche Fotosammlung mit Bestimmungshilfen. Inkl. Fotos von Orchideen und Hybriden, die in anderen Sammlungen fehlen.

  • Burgenlandflora
    Fotos, Artbeschreibungen und weitere Informationen zur Flora des Burgenlandes - seit der Überarbeitung im Jahr 2022 leider nur noch bedingt empfehlenswert

  • Info Flora (Schweiz)
    Fotos und Beschreibungen von Arten, die in der Schweiz vorkommen

  • Botanická fotogalerie
    Ebenfalls eine umfangreiche Fotosammlung, in der auch viele seltene Arten zu finden sind.

  • Flora Germanica
    Fotos und Artbeschreibungen, u. a. zur Flora von Deutschland und der Alpen

  • Arbeitskreis Heimische Orchideen Bayern e.V.
    Informationen und Fotos zu Orchideen, auch von Fruchtständen und Winterblattrosetten

  • JACQ - Virtual Herbaria
    Datenbank zur Suche nach Belegen aus verschiedenen Herbarien

  • Bestimmungskritische Taxa zur Flora von Deutschland
    gescannte Herbarbelege und Informationen zu einzelnen besonders schwierig zu bestimmenden Gattungen

  • Seed Identification Guide
    Fotosammlung und Bestimmungshilfen für Samen

  • Pollen-WIki
    Fotos von Pollen inkl. Größenangaben


Online-Foren

  • Forum Flora Austria
    Im Forum des Vereins zur Erforschung der Flora Österreichs können Bestimmunganfragen gestellt werden, die von den Experten meistens sehr schnell beantwortet werden.


Apps mit automatischer Bilderkennung


Ergänzungen sind sehr willkommen!

Anotado en 12 de agosto de 2021 a las 02:24 PM por pastabaum pastabaum | 0 comentarios | Deja un comentario

13 de agosto de 2021

Overview

This post provides an overview of my journal posts and will be updated when a new post is published.


Anotado en 13 de agosto de 2021 a las 02:34 PM por pastabaum pastabaum | 0 comentarios | Deja un comentario

Cattail (Typha) morphology [part 1]

The intention of this post (and a future one) is to provide a short introduction to the morphology of cattails (genus Typha). Part 1 focuses on reproductive structures (flowers and seeds) and describes one of the most important characteristics for species identification, the gap between the inflorescences.

Cattails (other - sometimes ambiguous - names include bulrush, reedmace and cumbungi) are perennial plants from the family Typhaceae (together with a second genus, Sparganium). They generally can be found in or near water in natural wetland ecosystems or artificial habitats like drainage ponds or ditches. They are quite interesting as on one hand, they follow the strategy of pioneer plants with the mass production of small seeds to colonize new habitats as fast as possible. On the other hand, they are able to outcompete other plants and establish persistent populations by spreading vegetatively with their rhizomes and building dense stands.


The gap between the inflorescences?

When IDing cattails, I often mention "the gap between the inflorescences" and here I want to explain what this actually means. The flowering shoots consist of the two different types of inflorescences (also called spikes) at the end of a stem. The male (or staminate) inflorescence is located above the female (or pistillate) inflorescence. Depending on the species, there can be a gap of varying length between these two or it can be absent (see the pictures below).


picture 1 (left): graceful cattail (Typha laxmannii) with a gap between the inflorescences; picture 2 (right): Typha shuttleworthii without a gap between the inflorescences

These structures are not a single flower but rather consist of a high amount of very small flowers. The male flowers produce pollen which is dispered by the wind, and the female flowers turn into diaspores after they are pollinated (see the chapter "Diaspores and seeds" below). Note that in the second picture, the term "inflorescence" for the female spike is actually not correct anymore because the flowers have already turned into diaspores which means that the plant is fruiting and the term infructescence (or seed head) should be used.

After spreading the pollen, the male flowers often fall off the stem which makes it harder to spot if a gap between the inflorescences existed before or not. Pictures 3 and 4 below will hopefully illustrate the difference in an understandable way. In the left picture, you can see that the part of the stem directly above the female spike (= the gap) has a different color than the rest of the stem above that part. The light green color is the same as the color of the stem below the female spike. The part of the stem where the male inflorescence was located has a light brown color and the surface is not as smooth. In contrast, there is no bare part of the stem above the female spike (= no gap) in picture 4. This means that the male inflorescence was directly adjacent to the female one.


picture 3 (left): narrow-leaved cattail (Typha angustifolia) with a gap between the inflorescences; picture 4 (right): broad-leaved cattail (Typha latifolia) without a gap between the inflorescences

As mentioned, the length of the gap (or the distance between the inflorescences/spikes) varies and in some cases, especially for hybrids, it can be very small (as in picture 5 below).


picture 5: hybrid cattail (Typha × glauca), the hybrid between T. angustifolia and T. latifolia

Species that usually have a gap between the inflorescences are:

  • T. angustifolia / narrow-leaved cattail
  • T. domingensis / southern cattail
  • T. laxmannii / graceful cattail
  • T. minima / miniature cattail

Species without a gap are:

  • T. latifolia / broad-leaved cattail
  • T. orientalis / eastern bulrush
  • T. capensis / cape bulrush
  • T. shuttleworthii

It is important to know that there are exceptions! The gap of species from the first group can be (almost) absent (this is quite often the case for T. domingensis) while species from the second group can sometimes have a small gap between the inflorescences (although it should not be longer than around 0.5 cm). Here is an example for T. latifolia.

On average, the distance beween the inflorescences is larger for T. angustifolia compared to T. domingensis.

Last but not least, there are hybrids with intermediate characteristics and the gap can be present or absent and the length can vary, even between shoots of the same plant or population. This feature can be used to identify a hybrid because the length of the gap is usually more or less consistent in a population of the parent species. Therefore, it is important to take photos of several different flowering shoots with spikes (especially in the area around the Great Lakes in Canada and the United States where the hybrid between T. angustifolia and T. latifolia, T. × glauca, is very common).



Diaspores and seeds

Diaspores are structures which are responsible for the dispersal of the seeds. For cattails, each diaspore consists of a single seed and perianth hairs that support the transport with help of the wind (picture 7). The seed is around 1 mm long and the whole diaspore around 7 to 13 mm (the values vary depending on the species).

Each spike (or seed head, picture 6) contains a very large amount of diaspores, even the smaller ones usually more than 100,000. Under windy conditions, they can travel long distances and establish new populations far away from their origin.



picture 6 (left): fruiting spike of the graceful cattail (Typha laxmannii); picture 7 (right): diaspore of the narrow-leaved cattail (Typha angustifolia)



Other characteristics

In a future journal post, other characteristics like the color of the fruiting spikes, bracteoles in the female inflorescence, the length and width of the leaves, mucilage glands on the leaf sheath and the lower part of the leaf blade, the shape of the sheath margin, rhizomes and clonal ramets will be discussed. Some of these features can be useful to distinguish the species.



Further information

Anotado en 13 de agosto de 2021 a las 02:36 PM por pastabaum pastabaum | 0 comentarios | Deja un comentario

28 de agosto de 2021

3000 Arten

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir die Marke von 2500 Gefäßpflanzenarten in Österreich erreicht. Mittlerweile sind es schon mehr als 3000 und damit haben wir auch die Schweiz überholt!

Viele neue Beobachtungen sind dazugekommen, aber leider hat gleichzeitig der Anteil der Beobachtungen mit Forschungsqualität abgenommen. Aktuell sind es nur knapp 71 %, der Rest wartet noch auf Bestimmungen. Wer sich also beteiligen und beim Bestimmen mithelfen möchte, kann das sehr gerne tun! Wäre super, wenn wir zumindest wieder 75 % erreichen könnten. Man muss keine Expertin oder Experte sein, sondern kann mit einfacheren Gattungen beginnen und mit der Zeit das eigene Wissen erweitern. Bücher und Websites, die beim Bestimmen helfen, sind im vorherigen Journal-Beitrag aufgelistet. Einen großen Dank an dieser Stelle an alle Bestimmerinnen und Bestimmer!

Anotado en 28 de agosto de 2021 a las 01:08 PM por pastabaum pastabaum | 1 comentario | Deja un comentario

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